Das Leben ist zu kurz für schlechtes Fernsehen! - Gebloggtes von einem Mediathek-Junkie. Mehrheitlich öffentlich-rechtlich, deshalb (fast) alles schon von unserer Haushaltsabgabe bezahlt. Wer länger im Ausland unterwegs war, weiß: Das deutsche Fernsehen ist viel besser als sein Ruf. Auch wenn es manchmal tatsächlich eine Katastrophe ist, versuche ich hier täglich nach den Perlen zu tauchen. Dieses Profil sendet über WordPress & ActivityPub direkt aus dem Blog und eure Kommentare, Likes und Boosts erscheinen so auch dort unter den Beiträgen. ❤️ ...
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Last Notes npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Noomi Rapace – „Close“ (2019) Diese Frau spielt Figuren, die immer wie eine Barriere gegen die Welt stehen. Lisbeth Salander war eine Figur, die jede Narbe wie ein Beweisstück trug, ein Mensch im dauernden Widerstand gegen patriarchale Gewalt. Später, in „Die Spezialistin“ (2017), war Noomi Rapace eine CIA-Agentin, die ein Attentat verhindern sollte und dabei von Misstrauen und Männern fast aufgerieben wurde. Sie trägt ihre Rollen wie eine Rüstung, und erzählt immer von der Gesellschaft, in der diese Figur existiert. (3Sat, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen @nprofile…6k6g Ich habe heute Morgen über Signal noch einen Tipp bekommen: „Die Kunst des negativen Denkens“ (2006)… da kann ich mich leider an keine öffentlich-rechtliche-Ausstrahlung erinnern. Also mag es die vielleicht mal gegeben haben. Aber dann wäre es jetzt Zeit für eine Wiederholung! npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen @nprofile…6k6g Ich sehe das eigentlich wie du. Deshalb habe ich es benannt. Aber mir geht es auch darum, die Türen aufzumachen. Das fängt bei Schauspielschulen an und hört bei Sendern, Produktionsfirmen und Castings nicht auf… es gibt wirklich noch viel zu tun! Trotzdem bin ich der Meinung, dass so ein Film in genau diesem Interesse wirksam sein kann. Denn auch der Mainstream ändert sich nur, wenn die Sehgewohnheiten sich ändern. Und dafür ist das hier immerhin ein Schritt. Denn wenn ich sonst so durch die Spielfilme in den Mediatheken scrolle, dann gibt’s da echt nicht viele. Eigentlich gerade gar keine, die das besser machen. Für Hinweise bin ich wirklich immer sehr dankbar! ❤️ npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Richard Wong – „Come As You Are“ (2019) Ein Roadmovie fährt eine Landkarte ab, um das Innere seiner Figuren freizulegen: Hier sind das drei Männer in einem Van – einer tetraplegisch, einer paraplegisch und einer sehbehindert – die „eigentlich“ auch in einer beliebigen Coming-of-Age-Comedy mitspielen könnten. Doch weil dieses „eigentlich“ nicht existiert, wird hier die Straße zum Symbol für ihre Freiheit in einer Gesellschaft, die ihre Körper hierarchisiert. Ihr Ziel: ein Bordell, das Sexualität von Menschen mit Behinderung nicht aus Mitleid, sondern als Recht anerkennt. (ARD) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Daniel Brühl, Chris Hemsworth – „Rush“ (2013) Als Kind habe ich jedes Jahr auf der Poleposition vor dem Fernseher gesessen, an die Mattscheibe geheftet, wenn das eine Formel-1-Rennen im Jahr lief, das damals im Deutschen Fernsehen live übertragen wurde. Nürburgring, Nordstrecke. Mythos. Ich war 11 Jahre alt und habe Niki Lauda brennen sehen. Er hat das irgendwie überlebt. Das war alles, was ich wusste. Dass dahinter unendliche Schmerzen standen, Operationen, der Geruch verbrannter Haut – das kam in meiner Welt noch nicht vor. Für mich war er unzerstörbar. Dieser Film ruft all diese Bilder zurück und gibt ihnen Gesichter, Stimmen, Körper, die ich damals noch nicht verstanden habe. (ARD) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Christian Petzold – „Roter Himmel“ (2023) Die Geschichte beginnt, wie ein harmloser Sommerfilm: ein Haus an der Ostsee, vier Menschen, Sonne, Meer, ein bisschen Drama im Alltag. Doch dann merken wir: Dieser Film von Christian Petzold schwitzt. Die Hitze liegt schwer auf allem, auf den Figuren, auf den Bäumen im Wald, auf dem Publikum. Kein Katastrophenfilm, aber ein Film über die Katastrophe. Kein Alarmgeheule, kein Held, der uns rettet. Das Feuer ist schon da. Still, bedrohlich, unausweichlich. (ARTE, Neu!) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen RP Kahl – „Die Ermittlung“ (2023) Peter Weiss hat den Text zu diesem Werk – basierend auf den Frankfurter Auschwitz-Prozessen von 1963 bis 1965 – im Jahr 1965 geschrieben. Damit ist der Text exakt so alt, wie der Autor dieses Blogs, der genau sechs Jahrzehnte später wiederum über ein dokumentarisches Filmtheaterstück schreibt. Weiss hat Protokolle, Zeitungsberichte, und Beobachtungen gesammelt und verdichtet, um daraus sein „Oratorium in elf Gesängen“ zu formen. Keine Psychologie, keine Figurenzeichnung, kein Trost. Nur Sprache, Konfrontation, Chronik. Selbst Exilant und Marxist, wollte Weiss keine Bühne, die versöhnt, sondern eine, die stört. Heute muss diese Bühne das öffentlich-rechtliche Fernsehen sein! (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Emilio Estevez, Martin Sheen – „Dein Weg“ (2010) Der einzige Grund für mich, diesen Film zu sehen, war die Konstellation: Martin Sheen vor der Kamera, Emilio Estevez dahinter. Vater und Sohn, die gemeinsam einen Film schaffen, so direkt und sichtbar, ist eine Seltenheit in Hollywood. Der Jakobsweg dagegen wirkte eher wie eine Zumutung. Überstrapaziert von Selbsterfahrungsberichten, überhöht von Kirchenfolklore, in Deutschland endgültig re-popularisiert durch Hape Kerkelings Bestseller. Ein Trend, der mich eher abschreckt. Zumal mir meine ziemlich katholische Kindheit ohnehin wenig Lust auf Pilgerwege hinterlassen hat. (ARD) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Charly Hübner – „Sophia, der Tod und ich“ (2025) Das ist ein Geschenk, das sich Charly Hübner zuerst selbst gemacht hat. Nach Jahren als prägende Figur im deutschen Fernsehen und auf der Bühne, nach dokumentarischen Expeditionen ins Politische und ins Musikalische, nach den Improvisationsabenteuern mit Lars Jessen und Jan Georg Schütte, nach seiner intensiven Theaterarbeit in Hamburg und anderswo, war klar, dass irgendwann ein Kinodebüt kommen würde. Aber dass es so verspielt, so poppig, so liebevoll schräg ausfallen würde – das überrascht wohl selbst diejenigen, die längst seine Fans sind. (ZDF, Neu!) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Michael Apted, Noomi Rapace – „Die Spezialistin“ (2017) Hier gibt es keinen Glamour, kein Pathos, und keine Nationalhymnen über Bildern von Flaggen im Wind. Das ist ein harter Agentinnenfilm ohne jedes Trostpflaster, der zeigt, wie Geheimdienste Menschen verschleißen. Noomi Rapace rennt durch ein London in Grautönen, ein Prag im Dauerregen, ständig auf der Flucht und doch nie frei. Gewalt ist hier kein Showeffekt, sondern das Grundrauschen eines Systems, das immer mehr zerstört, als es beschützen kann. (ZDF, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Oliver Stone – „Platoon“ (1986) Dschungel, Schlamm und konstante Paranoia. Absolut keine Helden, kein Happy End. Ein Film, wie schweres Fieber. Und ein Film von Oliver Stone. Es ist tatsächlich spürbar, dass er dabei war, in Vietnam. Der Schweiß, die Mücken, die Schreie in der Nacht – nichts davon wirkt erfunden. Schon die erste Szene lässt das Publikum jede Hoffnung verlieren. Keine Hollywood-Kriegs-Glorie, sondern nur eine Schilderung des Überlebens von Stunde zu Stunde. Tag zu Tag. (ARD) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Michael Mann, Al Pacino, Robert De Niro – „Heat“ (1995) Es gab diese Zeit, in der das amerikanische Kino noch erwachsen wirken wollte. Die 90er Jahre waren ein Übergang: Blockbuster als Industrienorm, Independent als Gegenbewegung, und irgendwo dazwischen diese großen, ernsten Studiofilme, die sich weigerten, infantilisiert zu werden. „Heat“ erschien 1995 genau in dieser Grauzone. Drei Stunden, getragen von einem Plot, der keine Superhelden kannte, nur Profis, die ihre Arbeit zu ernst nehmen. Heute sind diese Typen einfach ausgestorben. […] npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen „Chabos“ (Serie, 2025) Diese Serie wurde wirklich nicht für Leute wie mich gemacht. In den Nullerjahren war ich ja längst raus aus dem Alter, in dem auf Klassenfahrten Jamba-Klingeltöne ausgetauscht werden oder „Männer“, die noch längst keine waren, sich im Aldi-Parkhaus gegenseitig die Fresse polieren. Ich hatte zwar auch ein Handy, ja sicher. Mein Klingelton war ein MP3 von Bruce Springsteens „Born to Run“ – und der war selbstverständlich nie peinlich. Jedenfalls nicht für mich. Niemals! (ZDF, Neu!) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Sean Baker – „The Florida Project“ (2017) Der „amerikanische Traum“ wurde zum ersten Mal wohl mit der Unabhängigkeitserklärung von 1776 beschrieben: „Life, liberty and the pursuit of happiness.“ Allerspätestens unter Trump pervertierte sich dieses Versprechen einer Nation an sich selbst, zum Slogan derer, die ihn sich noch leisten konnten. Freiheit manifestiert sich in Deregulierung (und dem Mauerbau), Glück definiert sich nur noch durch Konsum. Sean Baker zeigt die Rückseite dieses Traums – Das Leben, ausgerechnet im Schlagschatten von Disney World. (3Sat) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Michael Mann – „Tokyo Vice“ (Serie, 2022) Diese Serie bezahlen Sie mit ihrem Leben. Allein die erste Staffel wird Sie acht Stunden davon kosten, die zweite derer zehn. Und glauben Sie nicht, dass Sie danach etwa einfach aufhören können. Tokyo Vice ist ein Rauschmittel, verschrieben von Michael Mann, dem großen Visualisten unter den größten Erzählern des Kinos. Jetzt wieder in der Mediathek. (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Todd Haynes, Mark Ruffalo – „Vergiftete Wahrheit“ (2019) Hollywood kann so viel mehr als Eskapismus – das beweist dieses leise, wütende Justizdrama über einen der größten Umweltskandale der US-Geschichte. Mark Ruffalo spielt den Anwalt, der gegen den Chemiekonzern DuPont kämpft – und gegen die Gleichgültigkeit der Öffentlichkeit. Ein Film, der nicht beruhigt, sondern verstört. Und der noch lange nach dem Abspann weiterarbeitet… (ARD/One) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Götz George – „Besondere Schwere der Schuld“ (2014) „Lohnt es sich eigentlich immer, einen Film zu sehen, nur weil Götz George die Hauptrolle spielt?“ hat Ursula Scheer anlässlich der TV-Premiere des ARD Krimis „Besondere Schwere der Schuld“ von Kaspar Heidelbach und Sascha Arango, vor gut 10 Jahren in der FAZ gefragt. Wie soll ich das beantworten? Bei George bin ich nicht unvoreingenommen und somit „Partei“… (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Logan George, Celine Held – „Topside“ (2020) Kein Mensch hat auf einen solchen Film gewartet. Deshalb musste eine:r ihn drehen. Kein Kino für Netflix&Chill, kein Wohlfühl-Indie, der Sie nach Feierabend entspannt. Es ist ein Schlag gegen die kollektive Brust (nicht nur) der USA. Hey, sieh her, sieh zu! (3Sat) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Claire Danes, Jim Parsons – „Ein Kind wie Jake“ (2018) Vor sieben Jahren konnte diese Geschichte vielleicht noch wie ein intimes Indie-Drama aus Brooklyn wirken, aber heute erkennen wir, dass der Film eine Vorwarnung war. Denn längst nicht nur in den USA hat sich seither ein Kulturkampf entfesselt, der gegen jede Form von Förderung von Vielfalt und geschlechtlicher Selbstbestimmung aufmarschieren lässt. Kulturkrieger:innen streichen systematisch Programme, verbannen Bücher aus Schulen, säubern Lehrpläne und selbst das Fernsehprogramm. Zu unserem Glück aber noch nicht bei 3Sat. (3Sat) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Wim Wenders – „Anselm – Das Rauschen der Zeit“ (2023) Anselm Kiefer bleibt mir ein Rätsel. Seine Kunst spricht nicht mit mir, sie deutet, raunt, schichtet Bedeutungen übereinander, bis für mich jede Erkenntnis versandet. Vielleicht liegt darin seine Absicht: keine Kommunikation, sondern Konfrontation. Keine Öffnung, sondern ein geschlossener Raum aus Symbolen, Mythen, Materialien. Ton, Stroh, Blei, verbrannte Bücher, monumentale Architekturreste einer Gegenwart, die sich in Vergangenheit flüchtet. Wer hier einen Dialog erwartet, stößt möglicherweise mit dem Kopf an die Wand. (ARTE) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Steve McQueen, Dustin Hoffman – „Papillon“ (1973) Einer der größten, spannendsten und schönsten Filme meines Lebens. Da gibt es gar kein Vertun. Außerdem die einzige Zusammenarbeit von Steve McQueen und Dustin Hoffman. Kein Wunder, dass ich diesen Film lieben musste. Und lesen Sie das Buch! (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Sean Penn – „Das Spiel der Macht“ (2006) Für mich ist Sean Penn der beste Schauspieler Hollywoods meiner Generation. Wir müssen ihn nicht mögen, um ihn zu respektieren. Dieser Film ist ein Schlüssel zu seinem Selbstverständnis als Chronist und Kritiker der Vereinigten Staaten. Und weil, unter anderen, der unvergessene James Gandolfini hier sein Partner ist, müssen Sie das wohl leider sehen. (ZDF, Neu) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Stefan Ruzowitzky – „Die Hölle“ (2017) Wien verhält sich zu Österreich, wie Berlin zu Deutschland. In der Auslandsperspektive wird es als Repräsentation des Landes angesehen, in der Provinz wiederum weiß jede:r, dass das wahre Leben woanders passiert. Die Hauptstadt ist die Hölle. Doch bei Ruzowitzky erkennen wir die Stadt nur am Dialekt. Deshalb würde der Film, ganz wie die Hölle, eigentlich überall funktionieren. Das ist ein großer Verdienst des Oscar-gekrönten Filmemachers! (ZDF, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Helge Schneider – „The Klimperclown“ (2025) Alles richtig gemacht! Was soll ich sonst schreiben, über den Geburtstagsfilm, den der SWR dem größten Mülheimer Genie der Gegenwart im Auftrag der ARD hat widmen lassen. Angesichts der Unmöglichkeit der gestellten Aufgabe, haben sie dort glücklicherweise kollektiv entschieden, den Künstler das Werk doch lieber selbst anfertigen zu lassen, bevor die Sendeanstalt sich der Peinlichkeit einer weiteren öffentlich-rechtlichen Hagiographie die dann doch nicht mehr als ein Recycling alter Talkshows und Sketche geworden wäre. (ARD, Neu!) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Fritz Bauer – „Die Akte General“ (2016) Deutschland im Sommer 2025: Die A%D liegt in Umfragen um die 25 Prozent, die Wagenknecht-Partei tut so, als sei Rassismus nur ein Betriebsunfall des Kapitalismus, und Innenminister:innen schwören treu auf die „wehrhafte Demokratie“, während Geheimdienste NSU Akten schreddern. In diesem Klima wirkt „Die Akte General“ wie ein Schlag ins Gesicht – und wie ein Déjà-vu. Der Film zeigt, wie die Bundesrepublik schon einmal Täter:innen deckte, Opfer zum Schweigen brachte und aus Staatsräson lieber Schwamm drüber wischte. Wer das heute sieht, erkennt: Die deutsche Demokratie hat nie gelernt, den braunen Bodensatz wirklich trocken zu legen. (ARD) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Ewan McGregor, Léa Seydoux – „Zoe“ (2028) Ein Film, der inzwischen viel zu unschuldig wirkt und von der Technologie förmlich abgehängt wurde. Denn was 2018 noch wie eine Zukunftsvision aussah, ist aus der Perspektive von heute höchstens eine handzahme Simulation. Der Plot: Ein Programmierer verliebt sich in eine KI – in einer keimfreien, futuristischen Umgebung, die stark nach Silicon Valley aussieht, auch wenn der Ort nie benannt wird. Ein Start-up, das nicht Autos oder Apps, sondern Liebe verkauft. Was haben die sich nur dabei gedacht? (ARD) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Lars Becker – „Landgang für Ringo“ (1997) Ein Marinesoldat geht von Bord, landet im Betonmeer Hamburgs, und will zurück zu einer alten Liebe, die aber schon weitergezogen ist. Das hier ist kein Thriller, keine Ballade, sondern eine Fernsehminiatur, die Lars Becker auf den Punkt bringt: das Gespür für Milieus, für Menschen, die zwischen Hoffnung und Bankrott hängen. Fernsehen, das nicht schreit, aber wirkt. Das ist seine Stärke. (ARD) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Wim Wenders – „Paris, Texas“ (1984) 1984, ich war 19 und mal wieder in Paris. Vom Ruhrgebiet aus ist das näher als Berlin. Nur, weil ich nichts zu tun hatte. Keine Pläne, keine Termine. Ich hatte kein Geld, eine schäbige Unterkunft, nichts zu tun – und dieser Film lief in absolut allen Kinos auf den Champs-Élysées. Nicht in einem Programmkino, nicht versteckt im Quartier Latin, sondern einfach überall. Manche Häuser zeigten ihn parallel in mehreren Sälen. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Die Stadt schien sich verschworen zu haben, diesen Film mit offenen Armen zu empfangen – während er in Deutschland gar nicht zu sehen war. (ARTE) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Die kulturelle Rückeroberung eines nordischen Gottes – „Mortal“ (2020) „Nimm das, Marvel!“, war meine spontane Reaktion auf diese grandiose Rückeroberung der nordischen Mythologie durch den Norweger André Øvredal. Wäre ja auch schlimm, wenn alles, was davon noch an folgende Generationen zu überliefern übrig wäre, vom kulturimperialistischen Micky-Maus-Konzern und seinen „Avengers“ kontrolliert würde. „Thor“ ist nicht nur ein Kind der Götter, sondern auch ein freier Mann..! (ZDF, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Andrew Niccol – „Anon“ (2018) Eine urbane Dystopie, in der jede Blickbewegung lückenlos dokumentiert wird. Ein digitaler Käfig. Eine Welt, in der jede Erinnerung und jeder Augenaufschlag gespeichert ist. Das Ganze als kühler Techno-Thriller erzählt. Kein Übermaß an Action, dafür eine Gewalt, die vor allem durch Bilder wirkt – Bilder, die manipuliert, überschrieben, gehackt werden. Ein Science-Fiction der in die Zeit passt, wie wenig andere. Andrew Niccol hat gezeigt, wie es geht! (ZDF) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen John Wayne – „Der Marshal“ (1969) Western sind kein Ort für Zweifel. Das Genre lebt von der Klarheit, und sei es unter Staubwolken und Blei. Dieser Film passt in diese Schablone und ist doch eigentlich größer. Die Geschichte ist simpel genug, um in jede Pulp-Anthologie der 50er zu passen. Aber die Verfilmung trägt eben die Patina der Zeit, in der der klassische Studio-Western schon auf der Zielgeraden war. New-Hollywood stand schon vor der Tür, doch Hathaway blieb noch bei der alten Rezeptur. (ARD) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Sandra Bullock – „Das Netz“ (1995) Es gab mal eine Zeit, da war „Cyberspace“ noch kein slicker Marketingbegriff, sondern eine ziemlich apokalyptische Landschaft aus grünem Code, LAN-Kabeln und knarzenden, piependen Modems. 1995 war die Angst noch frisch – und Hollywood gierig danach. „Hackers“ war bunt und anarchisch, „Sneakers“ charmant-paranoid, und dann kam „Das Netz“: der brave, etwas niedliche Corporate-Thriller, der Sandra Bullock mitten ins digitale Bermuda-Dreieck warf. (ZDF) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Wim Wenders – „Pina“ (2011) Pina Bausch ist gestorben, während dieser Film vorbereitet wurde. Zurück blieb ihr Ensemble, das ohne sie weitergetanzt hat, als wäre jeder Schritt zugleich Erinnerung und Aufstand. Auf der Leinwand wird ein Raum geöffnet, in dem nur Körper sprechen. Eine Feier der Bewegung, die mehr sagt, als alle Worte können, und die den Tod und das Andenken der großen Choreografin transformiert. (ARTE) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Luc Besson – „Im Rausch der Tiefe“ (1988) „Le grand bleu“ war ein gigantischer Welterfolg für seinen Regisseur. Für einen seiner Hauptdarsteller war es der Durchbruch. Für den anderen leider nicht. Was bleibt, ist ein Film, der das Kino der späten Achtziger um so vieles reicher gemacht hat, wie es danach nur wenige andere vermocht haben. Für Europäer:innen endete er mystisch. Amerika dagegen, bekam fast ein Happy End. (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen @nprofile…0kkd Dein Kommentar braucht aber eine #Spoilerwarnung! 😅 npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen „We Are Lady Parts“ (Serie, 2021-2024) Ich liebe sie alle. Keine weniger als die andere. Für das, was sie sind und für das, was sie tun! Hier hat das @nprofile…nn3p einmal mehr in den britischen Serienkatalog gegriffen und viel mehr als eine Serienperle an Land gezogen. Das hier ist ein gesellschaftspolitisches Statement, das im Gewand einer Punkband-Sitcom zugleich emanzipatorisch und subversiv agiert. Gut so! (ZDF, Neu!) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Mišel Matičević, Sandra Hüller – „Exil“ (2020) Es gibt Filme, wie Vorschlaghämmer, und solche, die mit feinem Draht schneiden. Dieser ist Letzteres. Visar Morina inszenierte ein Drama, das keine Antworten liefert, aber bohrende Fragen hinterlässt – und das Unbehagen nicht nur beim Publikum, sondern in einer ganzen Gesellschaft verortet. (ARTE) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Hafsteinn Gunnar Sigurðsson – „Fearless Flyers“ (2023) Flugangst ist eine intime Angelegenheit. Menschen, die sie nicht kennen, halten sie oft für eine Marotte. Menschen, die sie kennen, wissen, dass es kein „Reiß dich zusammen“ gibt. Ich hatte mal so einen Chef. Mit ihm zu fliegen, war für beide von uns ein Flug durch die Hölle. Und Alkohol war keine Lösung! Das Nervensystem beschleunigt schon, noch bevor der Verstand an Bord geht. Hafsteinn Gunnar Sigurðssons „Fearless Flyers“ ist der seltene Film, der das versteht – und es schafft, darüber zu lachen, ohne die Menschen mit Angstzuständen zur Lachnummer zu machen. (ARTE, Neu!) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Bill Forsyth — „Local Hero“ (1983) Ein Film aus einer anderen Zeit. Ein Märchen. Über einen Oligarchen, dem es noch genügt hat, die Sterne nur zu beobachten – statt Raketen zum Mars zu schicken. In Schottland. Vielleicht der schönste Film, den Sie dieses Jahr gesehen haben werden. Mit Sicherheit ein lebenslänglicher Lieblingsfilm. (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Marinette Pichon – „Kämpferin. Fußballerin. Legende.“ (2023) Ein grandioser Film über eine große Frau! Es gibt selbst im Fußball Geschichten, die sich nicht mit Tabellen, Toren oder Trophäen erzählen lassen. Virginie Verrier erzählt so eine Geschichte. Kein Märchen vom Aufstieg aus der Provinz zum Weltstar, sondern ein widerspenstiger Lebenslauf einer Frau, gezeichnet von Gewalt, Ausgrenzung, und ihrer kategorischen Weigerung, sich davon kleinhalten zu lassen. Selbst wenn ihnen Sportfilme sonst ein Graus sind, diesen einen sollten Sie sehen! (ZDF, Neu!) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Nastassja Kinski – „Geschichte einer Befreiung“ (2023) Dieser Dokumentarfilm über Nastassja Kinski läuft bei ARTE im Rahmen der Wim-Wenders-Retrospektive – ein Kontext, der sich wie ein leiser Stachel anfühlt. Denn hier erzählt eine Frau von Szenen, die sie als Kind verletzten, gedreht im Auftrag jener Filmwelt, die sie gleichzeitig feierte. Marie-Gabrielle Fabres Film kommt ohne Pathos aus, hat aber ein feines Gespür dafür, wann sie besser schweigen musste. Denn auch ihr Schweigen wurde hier zu einem Statement, weil es den Raum für Kinskis Stimme vergrößert hat. (ARTE) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Guilty Pleasure – „Black Jack“ (1996) Es gibt Filme, die wirken wie ein überfüllter Kühlschrank: zu viel drin, nichts passt zueinander, und doch möchte ich alles probieren. Der hier ist so einer. Eine kleine, schmutzige NDR-Fernsehkomödie von Ulli Baumann aus den Neunzigern, die sich anfühlt, als hätte sie echt niemandem etwas beweisen müssen – und genau deshalb zu den Dingen gehört, die ich mir auch mal gönnen kann. (ARD) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Wim Wenders – „Das Salz der Erde“ (2014) Nicht nur das Grauen der Welt, sondern auch ihre Schönheit – eingefangen von einem Mann, der zuerst alles verloren und dann alles gesehen hat. Zum 80. Geburtstag von Wim Wenders schenkt @nprofile…a5u0 uns seinen poetischsten Dokumentarfilm wieder in der Mediathek. Es gibt kaum einen besseren Moment, ihn (neu) zu entdecken. (3Sat) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Wim Wenders – „Don’t Come Knocking“ (2005) Ein Mann steigt aus und geht. Nicht aus dem Leben – aus dem Bild. Die Kamera bleibt stehen. Der Western-Held reitet davon. Zurück bleibt nur die Kulisse. Kein Schnitt. Keine Musik. Nur: Stille. Und erschütternd große Bilder. So beginnt Wim Wenders’ elegischer Film aus dem Jahr 2005. Ein Abgesang, ein Erinnerungsstück, eine Reise in der Film-Geisterbahn des amerikanischen Traums. (ARTE) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Marinette Pichon – „Kämpferin. Fußballerin. Legende.“ (2023) Es gibt im Fußball Geschichten, die sich nicht mit Tabellen, Toren oder Trophäen erzählen lassen. Virginie Verrier erzählt so eine Geschichte. Kein Märchen vom Aufstieg aus der Provinz zum Weltstar, sondern ein widerspenstiger Lebenslauf einer Frau, gezeichnet von Gewalt, Ausgrenzung, und ihrer kategorischen Weigerung, sich davon kleinhalten zu lassen. (ZDF, Neu!) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Virginie Efira – „Ein Becken voller Männer“ (2018) Haben sie schon genug von der Hitze? Oder haben Sie noch Aufnahmekapazität für eine exotische Sportart? Im Wasser! Wie wäre es mit Synchronschwimmen? Als Ergänzung, zur Abwechslung oder als echte Alternative zum Dahindämmern in der abgedunkelten, überhitzten Dachwohnung drängt sich diese wunderbare französisch-belgische Tragikomödie über wahrhaftig erbarmungswürdige Männer momentan geradezu auf. (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Ruben Östlund – „The Square“ (2017) „The Square“ hat 2017 in Cannes die Goldene Palme gewonnen, und zwar nicht aus Versehen. Denn Ruben Östlund ist kein Regisseur, der gefällige Kunst macht, er stellt Fallen. Für seine Figuren, für das Publikum, manchmal auch für den eigenen Film. Das Quadrat im Museum – als „Zufluchtsort, an dem Vertrauen und Fürsorge herrschen. Hier haben alle die gleichen Rechte und Pflichten“ beschriftet – ist eine dieser Fallen. Kaum steht es da, bricht die Wirklichkeit darüber her wie eine Gruppe ungefragter Gäste bei einer Vernissage mit Gratisprosecco. (ARD) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Charlotte Gainsbourg – „The Tree“ (2010) Frau Gainsbourg ist eine einzigartige Künstlerin. Das liegt auch an ihrer herausragenden Rollenauswahl und der Kraft ihres Spiels. Ein künstlerisch über-talentiertes Elternhaus kann eine Gnade sein, oder ein Fluch. Für die Französin war es wohl gleichermaßen beides. Doch hat sie sich ihren Erfolg aus eigener Kraft redlich erarbeitet. (3Sat) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Christian Alvart – „Pandorum“ (2009) Ein deutsch/britischer Science-Fiction-Horrorfilm, der so verzweifelt versucht, Tiefe und Atmosphäre zu erzeugen, dass er dabei in seiner eigenen Dunkelheit versinkt. Zwei Männer erwachen ohne Erinnerung in einem Raumschiff voller endloser dunkler Gänge, gruseliger Kreaturen und… ja, das war es im Wesentlichen auch schon. (ZDFneo, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Seth Rogen, Christoph Waltz – „The Green Hornet“ (2011) Es gibt Filme, bei denen ich mich frage: „Wie konnte das nur passieren?“ Und dann gibt es Filme wie „The Green Hornet“ (2011), bei denen ich mir denke: „Wie viele Menschen mussten gleichzeitig weggucken, damit sowas passieren konnte?“ Regie führte immerhin Michel Gondry, der Mann, der einst Jim Carrey das Gedächtnis ausradierte und dabei fast den Oscar gewann. (ZDFneo) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Jane Campion, Holly Hunter – „Das Piano“ (1993) Diesen Film heute, über 30 Jahre später, erneut anzuschauen, bedeutet für mich, ihn auf eine neue Weise zu sehen. Denn ich bin nicht mehr der Mann, der ich Anfang der Neunziger gewesen bin. Ich habe viele Dinge erfahren, gesehen und gelernt, von denen ich damals noch nichts ahnen konnte. Und doch war mir damals schon klar, dass ich diesen Film wohl nie mehr vergessen können würde. (ARD) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen David O. Russell – „American Hustle“ (2013) Ein Gaunerstück über Lüge, Macht und Dauerwellen – irgendwo zwischen Politfarce, Betrügerkomödie und Haarspray-Oper. Ein tragischer Fall von Oscar-Bait, der flach auf der Nase gelandet ist. Für zehn Oscars nominiert, aber nicht einen einzigen gewonnen. War das jetzt Gerechtigkeit oder Missachtung der Academy? Was weiß ich denn? Fragen Sie jemand anderen. Es macht einigermaßen Spaß. Das genügt doch! (3Sat) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Christian Alvart – „Freies Land“ (2019) Diesen Film habe ich nur auf den Hinweis eines Lesers gesehen. Und im Nachhinein bin ich dankbar für den Tipp. Denn so habe ich mal wieder meine Vorurteile (nicht noch ein deutscher ZDF-Krimi…) revidieren können. Christian Alvarts Film von 2019 ist anders als das, was ich gewohnt war. Auch, weil es ein durch und durch politischer Film geworden ist. Das war ich von diesem Regisseur nicht gewohnt und habe es deshalb auch nicht erwartet. (ZDF) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Stephen Frears – „The Lost King“ (2022) Hier geht es um Wahrheit, Obsession und die Wiedergewinnung weiblicher Deutungshoheit – und letztlich ist es auch ein Lehrstück über das, was verloren geht, wenn sich ein erfahrener Regisseur zu sehr auf das Kunsthandwerk verlässt und zu wenig auf das politische Jetzt. Dabei hätte dieser Film das Potenzial gehabt, ein feministisches Manifest zu sein. […] npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Arthur Franck (Bjarne Mädel) – „Helsinki-Effekt“ (2025) „Dieses ist ein Film, in zwölf Kapiteln. Über die Kunst der langsamen Diplomatie. Über eine banale Konferenz, die alles veränderte. Und darüber, dass man sehr falsch liegen kann…“ Ich war zehn Jahre alt, als in Helsinki 35 Staaten ihre Unterschrift unter ein Dokument setzten, das unser aller Leben erst möglich gemacht hat. Die Welt war zweigeteilt, der eiserne Vorhang fest einbetoniert, Atomwaffen auf beiden Seiten in ständiger Bereitschaft. Und wir mittendrin, mit einem Weltbild, das sich täglich widersprach. (ARTE, Neu) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Michael Fetter Nathansky – „Alle die Du bist“ (2024) Der Abspann lief schon, da hatte ich den Satz noch im Kopf: „Ich erkenne dich nicht mehr.“ Keine dramatische Trennungsszene, keine Eskalation, nicht mal eine richtige Krise – aber ein Film, der präzise zeigt, wie sich zwei verlieren. Langsam, schleichend, mit kleinen Gesteinsverschiebungen des Alltags. Michael Fetter Nathanskys zweiter Langfilm, ist ein seltsames Wesen: realistisch, aber träumerisch. Poetisch, aber konkret. Er beginnt im rheinischen Braunkohlerevier und endet irgendwo zwischen Psychogramm und Liebesfilm. (ZDF, Neu) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Die Welt von Palantir und Alex Karp – „Watching you“ (2024) Als hätte „Minority Report“ in deutschen Amtsstuben das Denken ersetzt. Der Dokumentarfilm von Klaus Stern stellt den Menschen vor, der diese Vision verkauft – und mit ihr eine technoide Version der Totalüberwachung salonfähig macht. Dass der Film dabei selbst ein Teil dieser Normalisierung wird, ist die bittere Pointe. Er zeigt, was er nicht kritisiert. Das ist sein größtes Problem. (ARD, Neu) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Mike Leigh – „Meister des Lichts“ (2014) Ein Maler, der das Licht jagt, aber kaum Worte findet. Mr. Turner ist ein kompromissloses Künstlerporträt voller Widersprüche: roh, komisch, erschütternd schön. Mike Leigh inszeniert kein Genie, sondern einen Mann, der mit der Welt ringt – und dabei Bilder schafft, die alles Irdische überstrahlen. Ein Film, der nicht erklärt, sondern zeigt. Und genau deshalb so aufwühlend ist. (ARTE, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Viggo Mortensen, Mahershala Ali – „Green Book“ (2019) Ob ein Film einen Oscar gewonnen hat, und wenn ja, wie viele, interessiert mich in der Regel höchstens am Rande. Bei diesem Roadmovie interessierten mich vor allem die hervorragenden Darsteller. Und für diese lohnt sich dieser Trip durch den rassistischen Süden der USA wirklich. (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Audrey Hepburn – „Frühstück bei Tiffany“ (1961) Das ikonische Standbild: Audrey Hepburn in schwarzem Kleid, mit Zigarettenspitze, Hochsteckfrisur, Perlenkette, vor dem Schaufenster von Tiffany & Co., einsam wie ein Denkmal. Ein Bild, das sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt hat wie ein Werbeplakat für eine Zukunft, die nie kam. Ein Bild, das – so feministisch man sich auch bemüht – leider nicht verschwinden will. Es ist schön. Es ist gefährlich. Weil es so tut, als würde es etwas erzählen, das es in Wahrheit verschweigt. (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Peter Luisi – „Flitzer“ (2017) Wer noch nie davon geträumt hat, nackt über ein Fußballfeld zu rennen, hat dem Ernst des Lebens wohl nie zu entkommen versucht. Dieser Film ist ein kleines Wunder: eine Komödie mit Herz, Hirn und nackten Hintern – und ja, ich liebe ihn. Sehr. Ganz absurd. Nicht nur wegen Jörg Stiel, aber auch. 😉 (3Sat) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen John le Carré – „Dame, König, As, Spion“ (2011) Einer wie George Smiley war 2011 eigentlich schon lange aus der Zeit gefallen. Und so hat die behutsame Modernisierung dieses Spionageklassikers diesem Veteranen des kalten Krieges gutgetan. Wo Alec Guinness seinerzeit (1979) noch mehr als fünf Stunden Zeit hatte, bekam Gary Oldman allerdings nur knapp zwei. Deshalb wurde aus einer epischen Romanverfilmung aber kein Actionfilm. Es sind noch immer die Charaktere, welche die komplexe Handlung und Geschichte treiben. Und die großartigen Darsteller. (ARD, WH) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Julia von Heinz – „Und morgen die ganze Welt“ (2020) Keine drei Minuten, und schon mittendrin: Antifa-Aktivismus, eine WG voller Diskurse, Zweifel, Gewaltfantasien und Utopien. Julia von Heinz fordert Aufmerksamkeit. Ein deutsches Gegenwartskino, das nicht rückblickt oder Schuld verwaltet, sondern in der Jetztzeit handelt – das ist selten genug. Und dieses „Jetzt“ ist laut, wütend, komplex und unbequem. Was dieser Film riskiert, ist beachtlich! (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Terrence Malick – „To the Wonder“ (2013) Die Beharrlichkeit von Terrence Malick eine filmische Sprache zu finden, die Schönheit mit letzter Wahrheit verbindet, ist edel und aufrichtig. Ob sie darüber Verwirrung empfinden, oder Ehrfurcht, das liegt ganz bei ihnen. Keine der Alternativen wäre falsch. Dafür, dass so ein Film existieren kann, müssen wir das Kino doch einfach lieben..! (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Kurt Russell – „Breakdown“ (1997) Ein Film in der langen Tradition von Roadmovies, die zur Albtraumfahrt mutieren: Die Landschaft wird feindlich, die Straße zur Todeszone, und plötzlich sind die Protagonist:innen ganz allein, verloren zwischen Bedrohung und Ohnmacht. Doch das hier ist keine philosophische Meditation über die endlosen amerikanischen Highways, sondern ein gnadenloser, auf den Punkt gebrachter Thriller, der sich auf das Grundelement eines jeden Horror- und Verschwörungsfilms konzentriert: die Auflösung jeder Illusion von Kontrolle. (ARD) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Fredi M. Murer – „Vitus“ (2006) Die Welt der Erwachsenen ist durchgetaktet, durchgeplant, durchkalkuliert. Was zählt, ist Leistung, Potenzial, Rendite. Was aber, wenn das vermeintlich Beste für ein Kind genau das ist, was es krank macht? Dieser Film von Fredi M. Murer aus der Schweiz erzählt mit großer Ruhe und einer Spur von Ironie vom Leben eines hochbegabten Jungen, dem kein Mensch zutraut, selbst zu wissen, was er will. […] npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Stefan Sarazin, Peter Keller – „Nicht ganz koscher – No Name Restaurant“ (2022) Vielleicht beginnt Verständigung manchmal nicht mit einem Dialog, sondern mit einem Irrtum. So jedenfalls verheddern sich Ben und Adel, ein ultraorthodoxer Israeli und ein palästinensischer Beduine, mitten in der Negev-Wüste ineinander – an einem Ort, an dem es weder GPS noch ein Drehbuch für den Frieden gibt. Der eine will nach Alexandria, der andere nur weg, doch das Kino will, dass sie zusammenbleiben. Und manchmal gewinnt eben das Kino. (ARD) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Jeff Bridges, Tim Robbins – „Arlington Road“ (1999) Ein ziemlich harter Thriller über Terror, Misstrauen und die Angst vor den Nachbarn – inszeniert in einer Vorstadt, wie sie für das amerikanische Kino der späten 1990er Jahre typisch ist. Mark Pellingtons Film von handelt von einem Mann, der überall Gefahren sieht – und womöglich Recht damit hat. Ein seltener Film über die schmale Linie zwischen berechtigter Sorge und selbstzerstörerischer Paranoia. (ARD) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Wim Wenders – “Der Himmel über Berlin” (1987) Ein Film wie ein Gedicht aus Licht und Zeit – Berlin war nie ein Versprechen. Berlin war immer eine offene Frage. Dieser Film ist vielleicht die schönste Antwort, die je darauf gegeben wurde – ohne sie je ganz zu lösen. Ein Film über das Sehen und Nicht-Sehen, über das Zuhören und das Schweigen, über Engel, die uns begleiten, aber nicht eingreifen. Vor allem aber ist es ein Denkmal: für Henri Alekans Licht, für Peter Falks Weisheit, für die Fantasie als Lebensform, für die Liebe als Möglichkeit – und für eine Stadt, die es nicht mehr gibt. (ARTE) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Wim Wenders – „Der amerikanische Freund“ (1977) Es gibt Filme, die eine Stadt bespielen, als wäre sie ein verlängerter Gedanke, ein seelischer Aggregatzustand. Und es gibt Filme, die das Kino selbst zur Hauptfigur machen. Wim Wenders tut beides zugleich. Ein melancholisches Labyrinth, ein Kammerspiel des globalen Misstrauens, eine Meditation über Ehre, Freundschaft und das Sterben in Farbe. Hamburg, Paris, New York. (ARTE) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Wim Wenders – “Buena Vista Social Club” (1999) Natürlich habe ich dieses Fest damals im Kino gesehen. Viermal. Oder siebenmal? Ich weiß es echt nicht mehr. Doch es ging gar nicht anders. Damals lief der Film im Eulenspiegel, auf der Steeler Straße. Nach der Vorstellung konnten wir draußen auf dem Bordstein sitzen, rauchen und schweigen. Kein Mensch kam raus und sagte: „War ganz okay.“ Alle waren berauscht. Weil alle wussten: Wir waren gerade Zeugen geworden. Nicht von einem Film. Sondern von etwas Echtem. (ARTE) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Die kulturelle Rückeroberung eines nordischen Gottes – “Mortal” (2020) „Nimm das, Marvel!“, war meine spontane Reaktion auf diese grandiose Rückeroberung der nordischen Mythologie durch den Norweger André Øvredal. Wäre ja auch schlimm, wenn alles, was davon noch an folgende Generationen zu überliefern übrig wäre, vom kulturimperialistischen Micky-Maus-Konzern und seinen „Avengers“ kontrolliert würde. „Thor“ ist nicht nur ein Kind der Götter, sondern auch ein freier Mann..! (ZDF, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Billy Bob Thornton – “All die schönen Pferde” (2000) Billy Bob Thorntons Adaption eines Romans von Cormac McCarthy wurde verstümmelt, missverstanden, verschoben – und ist doch einer der stillsten, zärtlichsten und zugleich düstersten Filme seines Jahrzehnts. Wer sich auf die Risse einlässt, entdeckt dazwischen etwas Seltenes: Wahrhaftigkeit. (ZDFneo) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen „Mad Men“ (Serie, 2007-2015) Zwischen dem Slogan und der Sehnsucht liegt die Lüge. Dieses Drama über die Werbebranche im New York der 1960er Jahre, spielt nicht in der Vergangenheit, sondern in der ideologischen Keimzelle der Gegenwart. Es ist eine Serie über Männer, die Produkte verkaufen – und dabei sich selbst verlieren. Über Frauen, die kämpfen, ohne jemals gewinnen zu können. Und über ein Amerika, das sich neu erfindet, indem es alles andere zerstört. (ARTE, Neu) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Jonah Hill – “Mid90s” (2018) “Coming-of-Age” mal anders: Ein Junge in den Straßen von Los Angeles. Klein für sein Alter, schweigsam, wütend. Kein nostalgischer Rückblick auf Skateboards und Mixtapes. Sondern eine Nahaufnahme dieser scheiß komplizierten Jahre, in denen Zugehörigkeit wichtiger ist als alles andere – und der Preis vollkommen unklar. (ARD) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Stephan Elliott – “The Adventures of Priscilla, Queen of the Desert” (1994) Staub, Sonne, Outback und ein Bus voller Drag Queens. Australien war vorher vermutlich noch nie so queer. Priscilla ist ein Film, der in High Heels durch den roten Staub tanzt, der glitzert, wo sonst nur Kängurus grasen, und der seine Zärtlichkeit unter Schichten aus Pailletten und Perücken versteckt wie einen Schatz. Ich wollte ihn mögen, weil meine Freunde ihn mochten – und wurde völlig mitgerissen. (ARTE) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Emma Thompson – “Meine Stunden mit Leo” (2022) Eine Frau, ein Hotelzimmer, ein fremder junger Mann. Der Film beginnt leise, fast unscheinbar – und entfaltet sich zu einem fein gearbeiteten Kammerspiel über Intimität, Sprache und die Möglichkeit, sich selbst neu zu begegnen. Er stellt vermeintliche Gewissheiten über Begehren, Alter und Nähe infrage, ohne laut zu werden. Wer bereit ist, hinzuhören, wird berührt – vielleicht auch erschüttert. (ZDF) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Bryan Singer – “Die üblichen Verdächtigen” (1995) Trauen Sie der Geschichte nicht eine Sekunde. Konzentrieren Sie sich auf die Kleinigkeiten. Warten Sie mit ihrem Urteil über “Gut und Böse”! Wenn Sie dazu nicht bereit sind, dann schauen Sie diesen Film besser nicht. Wenn Sie sich aber darauf einlassen, dann belohnen Sie sich selbst. (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Francis Ford Coppola – “The Outsiders” (1983) Die “Mid-West Side Story”. Getanzt wird hier zu Rock’n’Roll. Ein Film aus den Achtzigern, über eine Jugend in den Sechziger Jahren. Mit einem Cast, von dem vor vierzig Jahren eigentlich noch niemand ahnen konnte, welche Superstarpower dieser mal entwickeln sollte – und Tom Waits*! (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Luc Besson – “Nikita” (1990) Ein Film über Transformation unter Zwang. Über eine Frau, der ein Mann sagt, was sie ist, wer sie sein soll, was sie zu tun und wie sie sich zu bewegen hat. Eine, deren Körper nicht mehr ihr gehört. Eine Umprogrammierung. Die Gewalt geschieht leise, durch Kleidung, Blicke, Haltung – eine moderne Pygmalion-Fantasie mit Waffenschein. Schönheit als Dienstleistung. Autonomie als Illusion. (ARD) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Walter Hill – “Geronimo: An American Legend” (1993) Der Mythos des „edlen Wilden“ zieht sich durch die Popkultur wie ein rostiger Spalt durch rotes Gestein. In diesem Western von Walter Hill sehen wir, was vor 30 Jahren noch vom kolonialen Blick auf indigene Widerstandskämpfer:innen übrig war, auch wenn Hollywood sich redlich Mühe gab. Kevin Costner hat schließlich schon drei Jahre zuvor bewiesen, dass der Genozid an Native Americans auch mit orchestraler Melancholie in Szene gesetzt werden kann. Hill zog nach – mit beeindruckenden Bildern, anklagendem Ton und – einem weißen Erzähler. (ZDFneo, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen David Fincher – “Verblendung” (2011) Ein harter Film. Nicht hart im Sinne eines Thrillers mit Hochspannung und Schockmomenten – sondern in seiner Haltung, seinem Blick, seiner Konsequenz. Es ist ein Film über patriarchale Gewalt, über institutionelles Wegschauen, über das Funktionieren von Macht in scheinbar modernen Gesellschaften. Und er scheut sich nicht, genau dorthin zu schauen, wo viele Filme ausweichen: in die Abgründe männlicher Herrschaft, ins System, das Täter schützt und Opfer isoliert. (ZDFneo) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Maria Peters – „Die Dirigentin“ (2018) Wenn sich eine Geschichte zu glatt erzählt, werde ich misstrauisch. Vor allem, wenn sie sich auf die Biografie einer Frau beruft, die es nie leicht hatte – und daraus eine filmische Heldinnenreise macht, die sich dramaturgisch eng an Hollywood-Erzählmuster hält. (3Sat) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Samir – “Baghdad in My Shadow” (2019) Die Wahrheit liegt immer im Schatten. Oder wenigstens ein Teil davon. Samir lässt die Geister der Vergangenheit in einem Londoner Café aufeinandertreffen – wortwörtlich wie metaphorisch. Das Café Abu Nawas ist nicht nur Treffpunkt einer irakischen Exilgemeinde, sondern auch ein Ort der Spannung über Identitätskonflikte und Tabus. Keine Helden:innengeschichte, sondern eine von Widersprüchen und Brüchen, von Menschen, die zwischen Staaten, Kulturen, Ideologien und Erinnerungen zerrieben werden. (3Sat) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Jean Becker – „Der Boss hat sich was ausgedacht“ (1964) Es gibt Filme, die kaum ein Mensch noch kennt, obwohl alles an ihnen „Klassiker“ ruft: Die Hauptdarsteller:innen, Superstars und das absolute Traumpaar der Nouvelle Vague, die Handlung, ein Roadmovie über Ländergrenzen hinweg, das Set ein einziger Reiseprospekt. Und dennoch – vergessen. „Échappement libre“, lief 1964 in den französischen Kinos, war ein Hit – und fiel dann durch alle Raster der Erinnerung. Vielleicht, weil ihm das eine fehlte: ein Rückgrat. (ARTE, OV) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Mike Mills – „Jahrhundertfrauen“ (2016) Mike Mills erzählt von seiner Kindheit in Kalifornien, aber eigentlich von viel mehr: Von Müttern, die keine klassischen Mütter sind. Von den Frauen, die ihn geprägt haben. Und von einer Zeit, die sich nicht entscheiden konnte, ob sie schon modern ist oder doch noch ein Echo der Vergangenheit… (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Liam Neeson – „Retribution“ (2023) Bereits die dritte Version derselben Geschichte – nach dem spanischen Original „El desconocido“ (2015) von Dani de la Torre und der deutschen Adaption „Steig.Nicht.Aus!“ (2018) von Christian Alvart. Es soll sogar eine koreanische Version geben. Und sie wird nicht langweilig. Hier mit Liam Neeson in der Hauptrolle. Und was soll ich sagen: Der Mann kann das eben. Immer noch. Selbst in schlechten Filmen. Und das schreibe ich nur, weil ich eben ein Fan bin und nichts dafür kriege. (ZDF) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Joseph Gordon-Levit – „Code 7500“ (2019) Am 11. September 2001 stieg ich gegen 14:40 in Düsseldorf in einen Airbus der SAS oder der Air-Berlin – an dieses Detail kann ich mich heute nicht mehr erinnern. Nur ca. eine Stunde später hat die Maschine in Kopenhagen-Kastrup aufgesetzt. Bis zum Öffnen der Kabinentür war es nur ein weiterer meiner damals wöchentlichen Flüge ins Büro… danach war die Welt für uns alle nicht mehr die selbe. (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Cher, Nicolas Cage – „Moonstruck“ (1987) Ich begegne romantischen Komödien grundsätzlich mit Misstrauen – zu oft sind sie süßlich, affirmativ, geschlechterpolitisch ein Desaster. Dieser Film ist all das. Und dennoch liebe ich jeden Moment dieses Films. Norman Jewisons New Yorker Operettenmärchen aus dem Jahr 1987 ist eine Ode an das Begehren im Alter, an die Lächerlichkeit des Herzens, an die Unlogik der Gefühle. Er ist altmodisch, glaubt an die große Geste, den Sturm und den Vollmond – und erlaubt seinen Figuren, komplett zu überziehen. Das ist einfach herrlich! (ARTE) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Apartheid Reloaded – „Disctrict 9“ (2009) „Vor 28 Jahren ist ein Raumschiff mit Außerirdischen über Johannesburg gestrandet. Seitdem werden die Aliens in einem slumartigen Flüchtlingslager isoliert – dem District 9.“ – Ein südafrikanischer Science-Fiction-Film, der es in sich hat, uns mal wieder wirklich nachdenklich werden zu lassen. (ZDF, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Juliette Binoche, Morgan Freeman – „Paradise Highway“ (2021) Ein Film, wie aus einer anderen Zeit. Ist dieser Thriller doch ein fast historisches Dokument aus der Zeit der Covid-Lockdowns und ein Zeugnis darüber, wie der Kulturbetrieb sich doch noch irgendwie am Leben festgehalten hat. Juliette Binoche und Morgan Freeman in einem Film, der alles andere als konventionell produziert wurde. (ZDF, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Ben Whishaw, Hugh Grant – „A very English Scandal“ (2018) Die Definition einer „Mediathekperle“ ist einfach: Ein Stück im Fernsehen, das sie möglicherweise verpasst haben, weil sie nichts davon wussten, aber unbedingt sehen sollten. Wie diesen queeren englischen Dreiteiler mit Hugh Grant und Ben Wishaw. Nach einer wahren Geschichte. (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Michael Cimino – „Die Letzten beißen die Hunde“ (1974) Ein Film wie ein Banküberfall: chaotisch, brutal, nervös, unvergesslich. „Thunderbolt and Lightfoot“ ist einer der Streifen, die im Rückblick fast unwirklich wirken – wie ein Traum der New-Hollywood-Ära, in dem alles gleichzeitig in sich zusammenfällt und sich dann wieder erhebt. Das Regiedebüt von Michael Cimino, mit Clint Eastwood und Jeff Bridges. (ARTE) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Sam Peckinpah – „Convoy“ (1978) Eine endlose Kolonne aus Stahl, Diesel, Schweiß und Wut. Was aussieht wie ein protziges Macho-Spektakel mit Country-Soundtrack und CB-Funk, ist in Wahrheit eine melancholische Geisterfahrt durch das Herz der untergehenden USA. Sam Peckinpah, der poetischste aller Actionregisseure, verfilmte einen Country-Song – und kreierte eine elegische Studie über Freiheit, Männlichkeit und das Ende der letzten Cowboy-Mythen. (ARD) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Darren Aronofsky, Brendan Fraser – „The Whale“ (2022) Jetzt mal ehrlich: Dieser Film war ein Monster. Auch wenn es „nur“ drei Oscars dafür gab, hat dieses kleine Kammerspiel für mich 22/23 die Saison als größte Überraschung dominiert. Es war schlicht unglaublich, was Arronofsky und Fraser aus einem Theaterstück extrahiert und auf die Leinwand gebracht haben. (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Denis Gansel – „Napola – Elite für den Führer“ (2004) Dieser Film über eine Nazi-Kaderschmiede hätte auch in Pathos und Belehrung ersticken können. Stattdessen: kalte Klarheit, zurückhaltendes Drama, präzise Figurenführung. Er erzählt von der Verführung durch Ordnung und davon, wie sich Gewalt als Disziplin tarnt. Der Film ist nüchtern, aber nicht kalt. Emotional, aber nicht sentimental. Die Kamera beobachtet – manchmal zu ästhetisch, aber nie blind für das Grauen. Und sie stellt Fragen, die weit über die historische Kulisse hinausweisen. (ZDF, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Judi Dench, Sophie Cookson – „Geheimnis eines Lebens“ (2018) Sie wissen inzwischen: Ich habe eine Schwäche für Filme, die sich langsam entfalten. Wie ein Brief aus einer anderen Zeit, mit Tinte geschrieben, auf handgeschöpftem Papier. Dieser Film von Trevor Nunn ist so ein Fall. Eine leise, dichte Erzählung, ein Drama, das auf einer wahren Geschichte basiert, aber nie in die Falle historischer Selbstgerechtigkeit tappt. (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Éric Toledano, Olivier Nakache – „Ziemlich beste Freunde“ (2011) Dieser Film ist weit mehr als eine Komödie – er ist ein vielschichtiges Sozialdrama, das die tiefgreifenden ökonomischen und gesellschaftlichen Ungleichheiten (nicht nur) in Frankreich thematisiert, dabei sein knallhartes Thema aber subversiv und geschickt mit unglaublichem Humor und Leichtigkeit erzählt. Ein internationaler Blockbuster war er außerdem. (ARD, Wh) npub1aj5pc6549xmc9m6aymh09x2t86fq4aqmge449zgrduplryvap2cqxcj54d Mediathekperlen Paul McGuigan – „Lucky Number Slevin“ (2006) Manchmal, ganz selten, kommt es vor, dass ein Film mir nicht einfach nur ins Gesicht schlägt – nein, er trifft mich mit einem Lächeln auf den Lippen, in feinstem Dreiteiler, vollendeter Frisur und messerscharfem Dialog mitten ins erzählerische Zwerchfell, sodass mir fast die Luft wegbleibt. Hier ist genau so ein Film. Er ist ein perfekt gemischtes Kartenspiel, bei dem wir erst nach der letzten Karte merken, dass er die ganze Zeit nach seinen ganz eigenen Regeln gespielt hat… (ZDFneo, Wh)